Katja Petrovic
Artikel vom 20.10.2008 Letzte Aktualisierung am 20.10.2008 15:18 TU
Wegen ihres sozialen Engagements galt sie als eine der populärsten Persönlichkeiten in Frankreich: In der vergangenen Nacht ist die als Schwester Emmanuelle bekannte Geistliche im Alter von 99 Jahren gestorben. Die Geistliche war vor allem wegen ihres sozialen und humanitären Engagements populär geworden. Die in Brüssel unter dem bürgerlichen Namen Madeleine Cinquin geborene hatte zunächst Theologie und Politiwissenschaften studiert und war als 23-Jährige dem Orden Notre-Dame de Sion beigetreten. 1932 verliess sie Europa, um in christlichen Missionen in den Mittelmeerstaaten Religionsunterricht zu geben. Mit 63 Jahren liess sie sich in einem Armenviertel bei Kairo nieder und widmete sich intensiv sozialen Projekten. Auf ihre Initiative wurden Schulen und Kindergärten gebaut. Soeur Emmanuelle trat zudem für einen Dialog ein, der die Religionsgrenzen überschreiten sollte. 1980 gründete sie die Hilfsorganisation Asmae, die sich weltweit für Kinder in Armut einsetzt. Ihren Worten zufolge wollte sie im Elendsviertel von Kairo ihre letzten Jahre verleben. Mitte der neunziger Jahre wurde sie von ihrem Orden jedoch nach Frankreich zurück gerufen. Am 16. November wäre sie 100 Jahre alt geworden. Gesellschaftsvertreter und Politiker aller Partein würdigten ihr Engagement, dazu stellvertretend der UMP Generalsekretät Patrick Devedjian:
"Sie war ein besonderer Mensch, von denen man nur wenige kennenlernt, jemand, der zählte und der in dieser sehr egoistischen Gesellschaf, in der wir leben an die Existenz des Nächsten erinnerte und an die Würde aller Frauen und Männer, egal in welchen Situation sie sich befanden."
Der Sprecher des Vatikan würdigte Soeur Emmanuelle als eine herausragende Figur christlicher Barmherzlichkeit und verglich ihre Bedeutung mit der Schwester Theresas.
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