Achim Lippold
Artikel vom 19.11.2009 Letzte Aktualisierung am 19.11.2009 16:22 TU
Henrys nicht geahndetes Handspiel empörte nicht nur den Gegner. Sogar im eigenen Land regte sich Unmut. Über die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft durch das 1:1 gegen Irland war niemand in Frankreich richtig froh.
Selbst Thierry Henry offensichtlich nicht - hier seine erste Reaktion nach dem Spiel.
Ja, das war Handspiel. Der Ball springt an meine Hand und ich spiele weiter. Der Schiedsrichter hat ja nicht gepfiffen. Aber gut, wir sind qualifiziert, das ist das wichtigste.
Das Sportblatt L'EQUIPE forderte nach dem «katastrophalen Spiel» Konsequenzen. Man müsse überlegen, ob der Coach Raymond Domenech wirklich der richtige Mann für den WM-Job sei, hieß es auf Seite eins unter der groCen Überschrift «Die Hand Gottes» in Anspielung auf das berühmte Handspiel des Argentiniers Diego Maradona bei der WM 1986.
Auch Pariser Politiker mischten sich ein: Die Franzosen seien beunruhigt und enttäuscht, klagte Gesundheits- und Sport-Ministerin Roselyne Bachelot.
Der EU-Abgeordnete und Hobby-Fußballer Daniel Cohn-Bendit sieht die Schuld beim Schiedsrichter. Er hätte das Handspiel pfeifen müssen. Von Schummelei könne keine Rede sein, so sei das halt im Fußball, meinte Cohn-Bendit.
Und die Franzosen? In einer Online-Umfrage von LE MONDE meinten 89 Prozent von 38 000 Lesern, Frankreich habe die WM-Qualifikation nicht verdient.
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